Pferdewallfahrt am 06. 09. 2008
In diesem Jahr gibt es statt eines langen Berichtes die Segnungsworte unseres Pfarrers. Denn zur Wallfahrt gibt es nichts weiter zu sagen, außer: 130 gezählte Pferde - am weitesten angereist die Reiter aus Bamberg, tolle Stimmung, glückliche Gesichter und - nach meiner Meinung - die bisher schönste Wallfahrtsparty am Abend mit CC Rider!
Und ein neuer Rekord: 96 Pferde übernachten auf der Schmücke!!!
Kerstin Jung
Die Segnungsworte unseres Pfarrers Wolfgang Teichert
Liebe Reiter und Reiterinnen,
In unserer hoch technisierten Welt der Computer entdecken heute viele
Menschen wieder die Kostbarkeit und Schönheit der Natur.
- Ausdruck dafür ist z.B., dass wir Schutzräume der Natur
einrichten. Ich denke an den Hainichen oder den Harz.
- Die neue Liebe zur Natur sehe ich auch an der wachsenden Zahl der
Pferde und deren Besitzer. Noch nie habe ich so viele Pferde auf den Koppeln
gesehen, wenn ich durch unser Thüringer Land fahre, wie heutzutage. Das ist
Ausdruck natürlich eines gewissen Wohlstandes, aber auch der Sehnsucht nach
dem lebendigen Wesen.
Der PC, er ist ein wichtiges Medium, aber er ist tot.
- Auch diese Feier, die wir halten, ist dafür ein Zeichen. Wir
möchten zum Ausdruck bringen, dass wir die Natur, die Tiere und heute
besonders die Pferde achten. Sie sind uns vom Schöpfer zur Seite gestellt
als unsere Freunde, Begleiter und Diener. In einer Zeit der Machbarkeit
aller Dinge, in einer Zeit, wo Tierhaltung zur Fleischproduktion geworden
ist, ist eine Haltung des Staunens und der Demut gegenüber der Tierwelt
angeraten.
Was wäre die Welt ohne Tiere. Sehr arm!
Sie künden uns von der Vielfalt des Lebens, die der Schöpfergott sich hat
einfallen lassen, um uns zu erfreuen. Selbst die Fliege, die mir um die Nase
schwirrt und mich ärgert, ist Ausdruck von dieser Vielfalt.
Von den Tieren können wir lernen. Im Buch der Sprüche heißt es:
Geh zur Ameise und betrachte ihr Verhalten und werde weise.
Nicht nur das. Die Tiere erinnern uns, wo wir herkommen. Wohin wir gehen,
das zeigen uns die Engel.
So haben wir allen Grund dankbar zu sein. Ich möchte es tun mit dem
berühmten Hymnus, den der Heilige Franziskus, gedichtet hat.
Seine Staute haben wir in unserem Bildstock auf der Schmücke. Er hatte ein
besonderes Gespür für die Tiere, man sagt, er hätte sogar mit den Tieren
sprechen können.
1. Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehre
und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
2. Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne;
er ist der Tag, und du spendest uns das Licht durch ihn.
Und schön ist er und strahlend in großem Glanz,
dein Sinnbild, o Höchster.
3. Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.
4. Lobt und preist meinen Herrn
und sagt ihm Dank und dient ihm mit großer Demut
5. …….
Wir danken der Thüringer Allgemeinen Zeitung für die zur Verfügung gestellten Bilder.